Hilfe für Haiti
Am 20.05.2011 besuchte Frau Dr. Anke Brügmann die Herlinsbachschule und die Förderschule, um über ihre aufopfernde Arbeit bei der Hilfsorganisation „Pwojè men kontre“ zu berichten.
Ihr Vortrag, kombiniert mit Bildern aus Haiti, hat alle sehr bewegt. Wir alle, Erwachsene und Kinder konnten erfühlen, welch ein Gegensatz besteht zwischen unserer reichen europäischen Heimat und dem oft unaussprechlichen Leid dieser Insel.
Dabei ging Frau Dr. Brügmann auf die ganz alltäglichen Dinge des Lebens ein: 74 Kinder werden im Waisenhaus betreut. 250 Kinder besuchen die Schule. Bildung ist dort ein Geschenk besonderer Art, denn Lernen bedeutet Zukunft.
Doch zunächst beschrieb sie die Situation im Waisenhaus.
Die Kinder lernen dort alles zu teilen. Sie lernen das Zusammenrücken. Viele Kinder kommen unterernährt und geschwächt und erfahren, welch ein großer Luxus es ist, 3 mal an einem Tag etwas zu essen zu bekommen.
Viele dürfen zum ersten Mal in einem Bett schlafen. Allerdings müssen sie die Betten teilen, denn es ist nicht genug Platz da, um jedem Kind eine Schlafstelle zu gewähren.
Viele Dinge müssen die Kinder erst erlernen.
Manche können mit 6 Jahren noch nicht sprechen.
Schon die Kleinsten lernen alles Wichtige für das Leben,wie Wäschewaschen, Zähneputzen und die Körperpflege. Aber für das Duschen müssen sie das Wasser herbeitragen.
Sie müssen auch beim Sauberhalten der Einrichtung helfen.
„Was man schmutzig macht, bringt man auch wieder in Ordnung. Das ist doch gerecht !“
Auf den Feldern erlernen sie das Säen, Pflanzen, denn wer essen will, muss auch für die Früchte Sorge tragen.
Landwirtschaftsunterricht ist lebenswichtig.
Viele Kinder, die ins Waisenhaus kommen, haben noch nie im Leben gespielt. Sie mussten hart arbeiten, bekamen wenig zu essen und sind oft sehr geschwächt oder krank. Wir in Europa sind mit allen Annehmlichkeiten ausgestattet. Diese unsägliche Kluft wurde den Kindern unserer Schule an diesem Morgen sehr bewusst.
Die Not auf Haiti wurde, wie wir alle wissen, durch das Erdbeben im Januar 2010 noch größer.
Und als ob das alles nicht genug wäre, kam der Ausbruch der Cholera noch dazu. Der eindringliche Bericht unserer Referentin ließ uns den Einsatz spüren, den sie täglich leistet, um die große Not wenigstens in dem Rahmen zu lindern, wie es die Kapazitäten dieser Hilfsorganisation eben zulassen.
Man konnte sehen, in welchem Zustand die Kinder im Waisenhaus ankommen und wie es ihnen Monate später schon besser geht durch medizinische Behandlung, die Verbesserung des täglichen Lebens, die Schulbildung und die Liebe, die ihnen zuteil wird.
Wir haben es uns an unseren Schulen zur Aufgabe gemacht, diese Arbeit mit Spenden zu unterstützen. So konnte die Herlinsbachschule an diesem Vormittag Frau Dr. Brügmann 600 € übergeben, die Förderschule hat durch ihre Teilnahme am Lauf „Rund um Wolfach“ den Verein unterstützt.
Den Kindern und Eltern sei an dieser Stelle Dank ausgesprochen für die Spendenbereitschaft.
Renate Gießler








